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Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing azubis.de


Mobbing ist ein Thema, welches heutzutage  immer öfter zur Sprache kommt. Die Betroffenen sind immensem psychischem Stress ausgesetzt und werden somit in Ihrer Gesundheit gefährdet. Konflikte am Ausbildungsplatz sind jedoch nicht ohne weiteres mit Mobbing gleichzusetzen. Um Mobbing handelt es sich erst dann, wenn sich die deutliche Benachteiligung und Schikane über einen längeren Zeitraum hinzieht und das Opfer in der Regel hilflos den Attacken ausgeliefert ist.
 

Beispielsweise:
 

  •  Der Azubi wird oft und ohne Grund kritisiert
  • Der Azubi wird vor anderen lächerlich gemacht und bloßgestellt
  • Der Azubi wird beleidigt und/oder diskriminiert
  • Die Arbeitsleistungen werden aberkannt
  • Der Azubi erhält Drohungen oder Androhung von körperlicher Gewalt
  • Der Azubi wird nicht gegrüßt, niemand spricht mit ihm, Gespräche verstummen
  • Der Azubi wird bei seiner Arbeit immer wieder behindert
  • Der Azubi wird sexuell belästigt

 

Warum ich?
 

Diese Frage stellen sich die meisten Mobbing - Opfer, dabei liegt es meistens gar nicht am Verhalten der betroffenen Person. In vielen Unternehmen entsteht Mobbing, wenn Arbeitsplätze abgebaut werden und die Mitarbeiter Angst vor einer Kündigung haben. Die Kollegen Entwickeln Wut, die sie dann an falscher Stelle spüren lassen.
 

Was kann man dagegen tun?
 

  1. Stellung beziehen: Du solltest von Anfang an, klar und deutlich sagen, was du nicht in Ordnung findest. Sprich dabei am besten in der Ich-Form, das wirkt weniger vorwurfsvoll und so zeigen deine Kollegen vielleicht schneller Einsicht.

     
  2. Betrifft es nur eine bestimmte Person, die dich zur Schnecke machen will? Dann nimm allen Mut zusammen und sprich den oder diejenige persönlichen darauf an! Nimm dir dazu am besten noch eine Person mit, der du vertraust, sodass du Zeugen hast.

     
  3. Berate dich mit der Jugend- und Auszubildenden Vertretung (JAV) oder dem Betriebs-/Personalrat! Du solltest sie auf jeden Fall über die Vorkommnisse zu Kenntnis setzen.
     

Wenn alle Stricke reißen und du deine Ausbildung abbrechen musst, kannst du den Betrieb unter Umständen auf Schadensersatz verklagen. Wichtig ist hierbei, dass du den Ausbildungsbetrieb im Vorfeld über die Geschehnisse informiert hast, dir rechtliche Hilfe gesucht hast und schriftliche Nachweise vorzuweisen hast.
 

Leider kommt es auch häufiger vor, dass Auszubildende seitens ihres Ausbildungsbetriebes gemobbt werden, das heißt als „billige Arbeitskraft“ oder für arbeitsfremde Tätigkeiten missbraucht werden.
 

Deswegen solltest du wissen, dass laut BBiG §14 (3) den Auszubildenden nur Aufgaben übertragen werden dürfen, die dem Ausbildungszweck dienen und ihrer körperlichen Kraft angemessen sind.
 

Das heißt Tätigkeiten wie:
 

  • Urlaubs- oder Krankheitsvertretung
  • Private Besorgungen für deine/n Chef/in
  • Putzen - es sei denn, es handelt sich um deinen eigenen Arbeitsplatz oder um Ausbildungsmittel, mit denen du regelmäßig arbeitest
  • Oder der Klassiker: Kaffeekochen, Kopieren und Scannen
     

… gehören nicht dazu!
 

 

 

Allgemein gilt: Wende dich bei Problemen immer an eine Vertrauensperson, in größeren Betrieben die JAV, dort steht man dir zur Seite und versucht dir zu helfen.  Des Weiteren  bieten auch Online-Foren, psychologische Beratungsstellen, Krankenkassen, die Arbeitsagentur, Gewerkschaften und die Ausbildungsberatung der zuständigen Kammer, Information und Hilfe bei Mobbing und rechtlichen Ausbildungsangelegenheiten an.
 

Gemeinsam kann man dann überlegen, welche Schritte man gehen möchte. Handelt es sich um ein unlösbares Problem, oder vielleicht nur um ein Missverständnis? Verbessert sich die Situation trotzdem nicht, oder verstößt der Ausbilder grob gegen seine Pflichten, kann der Arbeitsvertrag fristlos gekündigt bzw. von der zuständigen Kammer aufgelöst werden. In vielen Fällen ist es aber so, dass den Opfern, als auch den Tätern die Konsequenzen ihres Handelns gar nicht bewusst sind, sodass in einem persönlichen Gespräch meist schon Vieles geklärt werden kann.
 

Als Azubi steht man am Ende der „Nahrungskette“ und ist froh wenn man, ohne negativ aufzufallen, seine Arbeit verrichten kann. Dennoch solltet ihr euch nicht alles gefallen lassen und wissen, welche Rechte ihr habt. Ich wünsche euch eine angenehme Ausbildungszeit, ohne Mobbing, Streitereien mit Arbeitgeber oder Kollegen und hoffe, falls ihr doch betroffen seid, dass ich euch mit den Tipps ein bisschen weiterhelfen konnte. ♥


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Mehr über den Autor: Annabel

Annabel absolviert eine Ausbildung zur Medienkauffrau und ist leidenschaftliche Gamerin. Wenn sie die virtuellen Welten verlässt beschäftigt sie sich gern mit Pferden. Ihr nächster Plan: die Weltherrschaft natürlich!


Kommentare

Bloß nicht kleinkriegen lassen!

Während meines Studiums habe ich in meinem Nebenjob Probleme mit mobbenden Kollegen gehabt. Mir hat dabei geholfen, dass ich wusste, dass der Chef eine Fürsorgepflicht hat und "auf Grund seiner Verantwortung aus dem Arbeitsverhältnis verpflichtet [ist], seine Arbeitnehmer vor Eingriffen in deren Persönlichkeits- und Freiheitsrechte durch Vorgesetzte, Mitarbeiter oder Dritte, auf die er Einfluss hat, zu schützen." (vgl. https://www.betriebsrat.de/portal/betriebsratslexikon/M/mobbing.html) Es war nicht einfach, aber mit Hilfe des Chefs und langen Gesprächen ging es dann doch und ich musste meinen schönen Job nicht aufgeben.

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