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Das WG-Leben

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Die Schule ist vorbei, der Auszug bei Mutti und Vati steht bevor und das Leben in einer oftmals neuen Stadt kann beginnen. Zur Option stehen: alleine wohnen, oder das gemeinsame Führen einer WG.

 

Um in einer neuen Stadt nicht völlig auf sich allein gestellt zu sein, ist letzteres oftmals eine gute Entscheidung, teilt man sich doch so die Mietkosten in einer Zeit bzw. Lebensphase, in der das Geld ohnehin eher knapp ist.

 

Nun gibt es verschiedene Wege um seine WG zu finden.

 

Der erste Fall sieht ungefähr so aus: Man sucht nach einer Wohnung und wird bei einer bereits bestehenden WG fündig.

 

Hier gilt es schon beim „Vorstellungsgespräch“ auf das eigene Bauchgefühl zu hören, denn der erste Eindruck kann oftmals bereits alles entscheiden. Solltest du also ein ungutes Gefühl bekommen, wenn du dich mit deinen potentiellen neuen Mitbewohnern unterhältst, dann bring das Gespräch bestmöglich über die Bühne oder (für Fortgeschrittene und Schmerzfreie) sei von Anfang an so ehrlich, mit offenen Karten zu spielen. Auch für die bestehende WG ist die Mitbewohnersuche immer mit Stress verbunden. Sollte es also ab der ersten Sekunde klar sein, dass du hier nicht einziehen wirst, dann kommunizier das auch so und verschwende nicht deine bzw. die Zeit der ebenfalls Suchenden.

 

Versteht man sich jedoch auf Anhieb, dann ist das meist ein gutes Zeichen und vor allen Dingen auch Grundstein, um ein angenehmes WG Leben zu führen. Denn kommt es doch zu Problemen und Ärgernissen, so lassen sich diese in so einer Atmosphäre viel leichter ansprechen und beseitigen, als in einer Zwangsgemeinschaft. Denn immerhin wirst du die nächste Zeit deines Lebens vermutlich zusammen mit diesen Leuten verbringen.

 

Den vielleicht besten, aber auch seltensten Fall erlebt ihr natürlich, wenn ihr selbst eine neue WG gründet, weil ihr gleich mit euren besten Freunden aus Schulzeiten zusammen zieht. Kennt ihr euch bereits seit Jahren und habt bereits mehrere zwischenmenschliche Klippen umschifft, sollte euch auch das gemeinsame Wohnen nicht vor unlösbare Probleme stellen. Ein weiterer Vorteil hier: ihr kennt euch bereits und wisst vermutlich, wie ihr miteinander reden und Probleme offen ansprechen könnt. Ein nicht unerheblicher Faktor.

 

Die neue Haushaltsführung ...

 

... kann definitiv Strapazen mit sich bringen und anstrengen. Man ist, oftmals zum ersten Mal, auf sich allein gestellt. Was koche ich, wie stellt man die Waschmaschine eigentlich an und wieso ist der GEZ Beitrag schon wieder fällig? All das sind nur einige Fragen, die vermutlich auf euch zukommen werden. Doch auch davon abgesehen werdet ihr einige Dinge bewältigen müssen, die zuhause bei Mutti vermutlich eine kleinere Rolle gespielt haben. Stichwort: Hausputz.

 

Zugegeben: niemand macht das wirklich gerne, weswegen mancher versucht, dem Ganzen mit Putz- und Haushaltsplänen Herr zu werden. Meiner Erfahrung nach bringt das aber nicht immer was. Grundsätzlich sollten alle ein vergleichbares Verständnis von Ordnung und Sauberkeit haben, ansonsten kann das Experiment WG-Leben schnell vor den Baum gehen. Arrangiert man sich jedoch miteinander und bringt eine generelle Bereitschaft dazu mit, auch mal unangenehmere Aufgaben zu übernehmen, ohne dazu gezwungen oder aufgefordert zu werden, kann man in seinen Mitbewohnern Freunde finden, die einem stets zur Seite stehen und einem eine neue Familie ergeben.

 

Niemand, der alleine wohnt wird es wohl erleben, dass man morgens aus dem Haus geht, wissend, dass man nachmittags eigentlich noch das Bad putzen müsste, nur um dieses dann nach der Arbeit bereits geputzt vorzufinden, weil die Mitbewohnerin gerade so Bock auf ne spontane Putzparty mit ihrer besten Freundin hatte. 

 

Natürlich kann es auch vorkommen, dass die gesamte Küche überfüllt ist, weil jeder gerade 3 Mann aus der Uni zu Besuch hat und man daher leider keinen Platz mehr zum kochen hat. Doch solche Momente sind meist die Ausnahme, nicht die Regel.

 

Da die wenigsten Wohnungen schalldicht sind, kann es mitunter vorkommen, dass man Dinge mitbekommt, die man eigentlich gar nicht mitbekommen will. Sei es die Trennung der Mitbewohnerin im Nebenzimmer, oder die nächtliche Rückkehr und Eskapade des Mitbewohners, wenn er morgen erst um 14:00 Uhr in die Uni muss, der eigene Wecker aber um 6 klingelt, weil man auf Arbeit muss. Hier liegt einer von mehreren Knackpunkten der unterschiedlichen Lebensführung, die aufeinander trifft, wenn man als Auszubildender mit Studenten zusammenlebt – oder umgekehrt. Denn diese Konstellation kann für beide Seiten Herausforderungen in der Tagesplanung mit sich bringen. Muss sie aber nicht.

 

Das WG Leben hat viele Facetten und birgt grundsätzlich einige Stolpersteine – wie eigentlich überall, wo Menschen zusammen leben. Grundsätzlich spielen sich viele Prozesse aber recht schnell ein und solange jeder in den entscheidenden Momenten etwas Rücksicht auf den oder die jeweils anderen nimmt, kann man in einer WG sehr gut leben. Zumindest solange, bis das Gehalt für eine eigene Wohnung oder Haus und Garten reicht. ;)

 

 


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Mehr über den Autor: Robert

Robert beschäftigt sich in seiner Freizeit am liebsten mit Musik, besucht Konzerte, schreibt Platten-Reviews und spielt auch selbst Gitarre. In seiner Ausbildung zum Medienkaufmann lässt er es dann etwas ruhiger angehen.


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