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Abschlussprüfung – welcher Lerntyp bist du?

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„Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“ Diesen Satz hat der ein oder andere von uns Azubis im Laufe seiner Ausbildung mindestens schon einmal gehört und trifft zu. Die Ausbildung vermittelt dem Azubi die für den Beruf notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten. So erreicht die Ausbildung am Ende des 3. Lehrjahres ihren Höhepunkt mit dem Tag aller Tage - der gefürchteten Theorie-Abschlussprüfung, die allen Azubis – in dem Fall auch mir – Schweißperlen auf die Stirn treibt. An diesem Tag müssen wir das gesamte erworbene Fachwissen aus den letzten 3 Jahren abrufen können. Dieser Tag entscheidet über Sieg oder Niederlage – naja nicht ganz - aber über den Abschluss der Ausbildung. Da stellt sich mir die Frage: Wie in Hergottsnamen bekomme ich den gesamten Lernstoff aus 3 Lehrjahren in meinen Kopf? Wie lerne ich am effektivsten und wann fange ich am besten an zu lernen?
 

Jeder Mensch hat in den vergangenen Jahren aus der Vielzahl der Prüfungen, die er bereits durchlebt hat, seine eigene Art des Lernens entwickelt.  Der Eine schottet sich Tage vor der Prüfung komplett von der Außenwelt ab und verbringt die Zeit damit, sich diverse Tutorials und Lernvideos anzuhören. Dagegen bevorzugt der Andere das Lernen in kleinen Lerngruppen, in denen Lösungsansätze gemeinsam ausdiskutiert werden. Die Wissenschaft hat dafür einen Begriff: „Lerntyp“. Mit Hilfe der Lerntypen wird beschrieben, wie wir Informationen über unsere Sinnesorgane aufnehmen und diese auch am effektivsten im Langzeitgedächtnis verankern können.
 

Insgesamt unterscheidet man vier klassische Lerntypen:
 

Der Auditive
 

Schöne und gut strukturierte Aufzeichnungen benötigt er nicht unbedingt. Er prägt sich am besten das Gehörte seiner Mitmenschen und der Lehrer ein. Durch wiederholtes, lautes Aufsagen des Lernstoffs lernt er am effektivsten. So kann beispielsweise eine markante Melodie als Gedächtnisstütze dienen. Aber auch das Aufnehmen der Stoffsammlung auf mp3 und Abspielen dieser kann eine mögliche Lernmethode des auditiven Lerntyps sein. Außerdem fällt es ihm leicht, theoretisches Wissen wie ein Liedtext auswendig zu lernen und aufzusagen.
 

Der Visuelle
 

Er hat es leicht, denn er nimmt Informationen über die Augen auf und ist visuell geprägt. Aussagekräftige Bilder und Infografiken springen ihm sofort ins Auge und er kann sich Tage danach noch an diese erinnern. Fotografisches Gedächtnis nennt man diese für die Abschlussprüfung sehr praktische Fähigkeit, um die ihn viele beneiden. Denn der visuelle Lerntyp lernt schnell. Tafelbilder und selbsterstellte Aufzeichnungen verankern sich im Gehirn besser als das Erzählte der Lehrer. Durch viel Lesen und Abschreiben von Informationen prägt er sich den Stoff ein. Vollständige, übersichtliche und vor allem farblich differenzierte Notizen sind für den visuellen Lerntypen das A und O bei der Prüfungsvorbereitung.
 

Der Kommunikative
 

Er ist von Haus aus, ein geselliger Typ. Er mag es mit Menschen durch Sprache in Kontakt zu treten. Durch das gesprochene Wort lernt er am besten. So tauscht er sich gerne mit anderen über die zu lernenen Themen- und Sachverhalte aus. In kleinen Lerngruppen diskutiert, argumentiert und erörtert er den Lernstoff. Durch gegenseitiges Frage-Antwort-Spiel werden gemeinsame Lösungen gefunden. Er benötigt zum Lernen auch immer wieder das Feedback der Gruppe. Durch ständiges Nachfragen versichert er sich, dass er alles richtig verstanden hat.
 

Der Motorische
 

Sein Motto ist „Lerning by doing“. Der motorische Lerntyp muss etwas selbst durchgeführt, praktisch ausprobiert haben, um komplizierte Zusammenhänge leichter verstehen zu können. Aus den daraus resultierenden Erfolg oder Misserfolg zieht er seine Rückschlüsse und lernt damit durch Erfahrung. Theoretischer Lernstoff, den man stur auswendig lernen muss, ist für den motorischen Lerntypen die Hölle. Er liebt es Dinge anzufassen, zu erfühlen und Dinge am eigenen Leib zu erleben. Informationen kann er leichter im Gedächtnis behalten und wieder abrufen, wenn er diese mit einer bestimmten Handlung oder Bewegung verknüpft. Dadurch entstehen Assoziationen mit dem Lernstoff. Beispielsweise Rollenspiele oder das Verteilen von Lernzetteln in der Wohnung kann ihm bei der Prüfungsvorbereitung helfen.
 

Ob es wirklich ausreicht, sich Informationen nur über ein Sinnesorgan einzuprägen bleibt fraglich. Die Praxis zeigt uns, dass es viel mehr die Kombination aus mehreren Lernmethoden ist, damit unser Gehirn den neuen Lernstoff abspeichert und wir ihn zu jeder beliebigen Zeit wieder abrufen können.
 

Wie ein jeder die Zeit vor der Prüfung effektiv nutzt, bleibt jedem selbst überlassen. Daher zu guter Letzt noch eine abschließende Redensart, die ich allen Prüflingen und Leidensgenossen für diese Woche mit auf den Weg geben möchte: „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.“
 

Frohes Lernen Euch allen.

 

 


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Mehr über den Autor: Lisa

Lisa absolviert eine Ausbildung zur Mediengestalterin und ist leidenschaftliche Hobbyköchin & Naschkatze. Zudem ist sie als Torjägerin im Floorball aktiv.


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