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Karriere in der Buchhaltung: So geht’s!

Wer in der Schule gefragt wird, was Buchhaltung eigentlich genau ist, kann kaum eine konkrete Antwort geben. „Ist das nicht irgendwas mit Zahlen und Rechnungen?“, werden sich wohl die meisten denken. Vielleicht sind die eigenen Eltern auch als Buchhalter für die Haushaltskasse oder das Familiengeschäft tätig. Aber was macht man dabei eigentlich genau, und warum ist diese Arbeit so wichtig? Buchhaltung beschränkt sich nicht auf Quittungen sammeln und Tabellen ausfüllen. Tatsächlich bezeichnet sie ein Berufsfeld, das weit über eine alltägliche Nebenbeschäftigung hinausreicht. Ihre Aufgabenfelder sind weder anspruchslos noch eintönig. Insgesamt bieten sich viele Möglichkeiten, wie du als Buchhalter/in Karriere machen kannst. Dieser Ratgeber verrät, was du dafür mitbringen solltest, und über welche Wege du es bis nach oben schaffen kannst.

Voraussetzungen

Im Gabler Wirtschaftslexikon ist Buchhaltung definiert als Abteilung, die in einem Betrieb für das Rechnungswesen zuständig ist. Das bedeutet, dass hier alle Vorgänge verwaltet werden, die das Vermögen einer Firma betreffen, wie zum Beispiel Kundengeschäfte, Lohnauszahlungen oder Kredite. Generell müssen Buchhalter die folgenden Arbeiten beherrschen:

  • Belege verwalten
  • Rechnungen überprüfen
  • Finanzpläne der Firma angleichen und optimieren.

Bei diesen Tätigkeiten sind neben der Berufsausbildung bestimmte „soft skills“ entscheidend, also persönliche und soziale Kompetenzen. Dazu zählen vor allem:

  • präzise und strukturierte Arbeitsweise
  • selbstbewusstes Auftreten und Verhandlungsgeschick
  • gute Englischkenntnisse
  • Bereitschaft, regelmäßig neues Wissen zu erwerben

Letzteres ist im digitalen Zeitalter von wesentlicher Bedeutung. Inzwischen läuft das Rechnungswesen zunehmend computergesteuert. Diese Umstellung macht die Arbeit für Buchhalters allerdings nicht leichter. Im Gegenteil, dadurch müssen sie fähig sein, komplexe Programme zu bedienen und sich auf ständige Updates einzustellen. Bevor du eine Ausbildung antrittst, solltest du dich deshalb über ein Online-Lexikon ausführlich informieren, wie man elektronisch Rechnungen erstellt.  

Wenn dir das ohne Probleme gelingt, hast du gute Chancen, im Rechnungswesen Karriere zu machen. Allerdings gibt es in diesem Bereich keinen direkten Weg zum Erfolg. Offiziell gilt „Buchhalter“ in Deutschland nicht als geschützte Berufsbezeichnung. Daher existiert auch keine gesonderte Ausbildung, mit deren Abschluss du einen entsprechenden Titel erhältst. Das ist aber nicht unbedingt von Nachteil, denn so hast du die Freiheit, aus mehreren Optionen zu wählen. Die wichtigste Grundlage ist eine kaufmännische Berufsausbildung. Diese kannst du in vielen Fachgebieten absolvieren, vom Immobilienhandel über Marketing bis hin zum Eventmanagement. Sobald du den Abschluss in der Tasche hast, kannst du über die Industrie-und Handelskammer (IHK) eine Prüfung ablegen, mit der du das Zertifikat „Geprüfte/r Buchhalter/in“ erhältst. Natürlich erfordert dieser Schritt einigen Zeit- und Kostenaufwand. Die meisten Azubis bereiten sich nach der kaufmännischen Ausbildung berufsbegleitend auf die Buchhalter-Prüfung vor. Dabei hast du die Wahl zwischen mehreren Varianten:

  • Präsenzlehrgänge:
    Hier besuchst du zeitweise ein Seminar an einem Lehrinstitut. Wenn sich das Institut in der Nähe befindet, bietet sich ein Abendkurs an. Manchmal liegt die nächstgelegene Einrichtung aber auch in einer anderen Stadt. In solchen Fällen kannst du über Wochenendseminare an einem Lehrgang teilnehmen.

  • Fernlehrgänge
    Diese Option ermöglicht es dir, bequem von zu Hause aus ein Online-Programm zu absolvieren. Zwar sparst du dir dadurch Fahrtkosten, andererseits hast du kaum direkten Kontakt mit Lehrpersonen und somit wenig Gelegenheit, Fragen zu stellen oder Feedback einzuholen.

In Deutschland gibt es verschiedene Akademien, die entsprechende Lehrgänge anbieten. Letztlich liegt es an dir zu entscheiden, welche Option sich am besten mit deinem Berufsalltag vereinbaren lässt. In der Regel dauert eine solche Fortbildung zwischen 15 und 18 Monaten. Die Kosten belaufen sich auf etwa 2000€ bis 3000€, wobei du noch die Ausgaben für Lehrmaterialien und die Prüfungsgebühr der IHK dazurechnen musst.

Einsatzbereiche
Im Berufsfeld Buchhaltung sind die Ausbildungswege ebenso vielfältig wie die möglichen Tätigkeiten. Je größer ein Unternehmen ist, desto komplizierter wird das Rechnungswesen. Dementsprechend unterscheidet man zwischen verschiedenen Gebieten, auf die du dich spezialisieren kannst:

Finanz- und Bilanzbuchhaltung
Hier bist du für Steuerungs- und Kontrollprozesse zuständig. Du erhebst betriebswirtschaftliche Kennzahlen, beispielsweise Ausgaben und Gewinne für Monats- oder Jahresabschlüsse, und bewertest die Ergebnisse. Anschließend besprichst du deine Befunde mit der Geschäftsleitung und sprichst Empfehlungen für weitere Entscheidungen aus.

Lohnbuchhaltung
In diesem Fall rechnest du Gehälter und die dazugehörigen Sozialabgaben, also Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung, korrekt ab. Außerdem ermittelst du auf der Grundlage von tariflichen und firmeninternen Vereinbarungen, wieviel Urlaubs- oder Weihnachtsgeld den Mitarbeitern zusteht. Darüber hinaus kümmerst du dich um Personalakten und erstellst Buchungsbelege.

Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung
Diese Abteilung verwaltet alle eingehenden und ausgehenden Rechnungen. Sie sorgt dafür, dass Geschäfte mit Lieferanten oder Kunden reibungsfrei ablaufen und präzise dokumentiert werden.

Anlagenbuchhaltung
Der Wert einer Firma lässt sich nicht allein durch den Kontostand messen. Auch Maschinen, Immobilien und Inneneinrichtung gehören zum Vermögen der Geschäftsführung. All diese Güter verwaltest du als Anlagenbuchhalter.

Karrierechancen
Nachdem du den Einstieg in den Beruf erfolgreich gemeistert hast, bleibt zuletzt die Frage, welche Perspektiven sich langfristig für dich ergeben. Als Buchhalter mit einer kaufmännischen Ausbildung startest du durchschnittlich mit einem Jahresgehalt von etwa 21.500€ Brutto. Allerdings kann sich die Bezahlung je nach Einsatzbereich erhöhen. Zudem ist zu bedenken, dass Hochschulabsolventen in der Regel deutlich mehr verdienen. Eine Übersicht über Gehälter je nach Qualifikation und Position findest du hier:

 

Die Tabelle zeigt, dass ein Studium in jedem Fall finanzielle Vorteile mit sich bringt. Aber selbst wenn du kein Gymnasium besucht hast, solltest du dich von dieser Tatsache nicht entmutigen lassen. Unter bestimmten Bedingungen kannst du nämlich auch über Umwege zu einem Studienabschluss gelangen. Wenn du bereits eine Ausbildung absolviert und einige Jahre Berufserfahrung vorzuweisen hast, kannst du dich auch ohne Abitur bei einer Fachhochschule einschreiben. Mit einem Bachelor-oder Masterzeugnis im Bereich Finanzwesen stehen dir dann als Buchhalter zahlreiche Türen offen.

 

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