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Ausbildung zum Hauswirtschaftshelfer — ein Beruf mit Flexibilität

In der Familie ist Hausarbeit ein Thema für alle. Regelmäßig fallen Arbeiten in der Küche, bei der Wäsche oder rund ums Haus an. Es spielt sich ein gewisser Rhythmus ein und jeder erhält eine Aufgabe. Und bleibt einmal etwas liegen, ist das auch nicht weiter tragisch. Ganz anders sieht es aus, wenn nicht nur die eigene Familie, sondern mehrere Hundert Menschen versorgt werden müssen. Dann sind Fachleute gefragt.

Im Ausbildungsberuf Hauswirtschaftshelfer/in oder Hauswirtschaftsassistent/assistentin bündeln sich all jene Tätigkeiten, die in privaten Haushalten, Einrichtungen oder Firmen in der Versorgung anfallen. Die Tätigkeitsfelder sind vielschichtig und der Bedarf an Fachkräften steigt. Was früher oft Gesundheitspfleger/innen oder Altenpfleger/innen schnell noch erledigt haben, muss heute höhere Ansprüche erfüllen. Diese Übersicht zeigt, welche Anforderungen sich einem Hauswirtschaftshelfer stellen und wie sich die Ausbildung gestaltet.

Einsatzgebiete und Tätigkeiten

Besonderen Stellenwert hat das in Großküchen oder Pflegeeinrichtungen: Fällt hier eine Maschine aus oder ist eine Zutat nicht in ausreichender Menge vorhanden, warten viele Menschen auf ihr Mittagessen. Hauswirtschaftshelfer erledigen ihre Arbeiten deshalb vorausschauend, um auch im Notfall eine Alternative zu haben. Auch in Hotels ist die Arbeit in der Hauswirtschaft ein wesentlicher Bestandteil. Die hoteleigene Wäscherei versorgt je nach Größenordnung mehrere Hundert Betten jeden Tag. Hauswirtschaftsassistenten tragen hier mit ihrem Fachwissen wesentlich dazu bei, dass der Geschäftsbetrieb ungestört laufen kann.

Welche Kompetenzen sind gefragt?

In einen Beruf lässt sich leichter starten, wenn der Azubi einige Grundkompetenzen mitbringt. Als Hauswirtschaftshelfer kommt es insbesondere auf folgende Fähigkeiten an.

  • Sorgfalt: Hygiene und Genauigkeit spielen eine große Rolle in diesem Bereich. Wo auch immer Lebensmittel und Pflege im Spiel sind, ist die Beachtung bestimmter Vorgaben Pflicht. Da ist es besonders wichtig, dass der Allergiker nicht den Nusskuchen zum Nachtisch serviert bekommt. Und jeder Hotelgast will in einem Bett schlafen, dessen Bezüge ordentlich gereinigt sind.
  • Flexibilität: Die Arbeitszeiten sind nicht immer regelmäßig. In einem Privathaushalt mag sich noch eine Kernzeit pro Tag vereinbaren lassen. Doch bei umfangreicheren Arbeitsplätzen ist auch Nachtarbeit erforderlich, damit am nächsten Tag alles bereitsteht.

  • Organisationstalent: Ein Hauswirtschaftsassistent erledigt viele Dinge — doch nicht alle zur gleichen Zeit. Er muss den Überblick darüber behalten, was dringend ist und was noch warten kann. Auch wenn Arbeiten voneinander abhängig sind, erfordert die Reihenfolge eine gewisse Planung: Der Kuchen für den Nachmittagskaffee kann nicht erst um 17:00 Uhr fertig sein – aber wenn er am Vormittag gleich als Erstes in den Backofen wandert, ist dieser schon vorgeheizt für den Braten zum Mittagessen.

  • Einfühlungsvermögen: Nicht nur mit Gegenständen und Geräten, auch mit Menschen haben es Azubis in diesem Beruf zu tun. Vor allem, wenn es um Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit Handicap geht, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Betreuung gehört zu einem gewissen Grad ebenfalls zur Tätigkeit.

  • Belastbarkeit: Wenn etwas nicht nach Plan läuft, darf sich ein Hauswirtschaftshelfer nicht aus der Ruhe bringen lassen. Falls die Knetmaschine nicht funktioniert, bereiten die Hände den Teig vor. Dass deshalb trotzdem um 16:00 Uhr das Kind für den Klavierunterricht fertig sein soll, bleibt im Hinterkopf. Bei vielen Gelegenheiten hilft es einfach, einen Plan B zu haben. Und für alle anderen Stressfaktoren während der Ausbildung findet sich auch eine Lösung.

Hauswirtschaftshelfer sind für private Haushalte, in Großküchen, Hotels, Krankenhäusern oder Heimen tätig. Sie übernehmen Aufgaben und Fragen zu Ernährung, Kleidung, Reinigung, Raumgestaltung und teilweise auch zur Betreuung. Die Ausbildung vermittelt eine gute Grundlage für sämtliche Bereiche. Später im Beruf sind die Arbeitsgebiete unterschiedlich umfangreich.

Bei der Arbeit in einem Privathaushalt ist ein Allrounder gefragt, der selbstständig alles erledigt. Die Agenda ist voll mit Aufgaben, die im gesamten Haus täglich anfallen: Alle Räume reinigen, den Kindern bei den Hausaufgaben helfen oder kleinere Gartenarbeiten gehören beispielsweise dazu. Auf Ernährung und Wäsche bezieht sich der Großteil der Arbeiten. Hauswirtschaftshelfer sind dafür zuständig, ausgewogene Speisepläne zu erstellen und gesundes Essen auf den Tisch zu bringen. Dabei übernehmen sie alle Tätigkeiten vom Einkauf bis zum Kochen. Das Thema Wäsche ist vor allem in großen Familien täglich präsent: Waschen, Trocknen und Bügeln stehen ständig auf dem Programm. Und in jedem Fall kann etwas Unvorhergesehenes passieren: Wenn etwa das Bügeleisen plötzlich den Geist aufgibt, kümmern sich Hauswirtschaftshelfer um eine flexible Lösung. Dann wird schnellstmöglich ein geeignetes Ersatzgerät angeschafft. Der Gemüsehändler hat beispielsweise keinen frischen Salat mehr – dann wird der Speiseplan kurzfristig überarbeitet. In jedem Fall muss die Arbeit möglichst ohne Unterbrechung weiterlaufen.

Die wichtigsten Infos zur Ausbildung

Hauswirtschaftshelfer werden in der Regel an einer Berufsfachschule ausgebildet. Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre und ist in verschiedene Module unterteilt. Somit ist ein breites Einsatzspektrum möglich. Am Ende der Ausbildungszeit steht eine staatliche Abschlussprüfung.

Wer Hauswirtschaftshelfer werden will, muss mindestens einen Hauptschulabschluss haben. Mittlerweile haben einige Bundesländer die Berufsausbildung unstrukturiert, um den Beruf auch behinderten Menschen zugänglich zu machen. Der neue Ausbildungsgang heißt Fachpraktiker/in Hauswirtschaft und hat etwa in Baden-Württemberg die Ausbildung zum Hauswirtschaftshelfer abgelöst.

Ist die Lehre erfolgreich absolviert, steht auch einer Weiterbildung zum Hauswirtschafter nichts im Wege. Manche möchten sich auch als Fachhauswirtschafter spezialisieren. Und wer noch mehr Ehrgeiz hat, der kann sich bis zum Meister oder Betriebswirt ausbilden lassen.

Wichtig ist auch ein Blick auf die finanziellen Regelungen in diesem Zusammenhang. In dualen Ausbildungsgängen erhalten Azubis in der Regel eine monatliche Vergütung. Bei einer schulischen Ausbildung gibt es allerdings kein Gehalt. Mitunter fallen jedoch zusätzliche Kosten wie Schulgeld oder Prüfungsgebühren an. Allerdings gibt es diverse finanzielle Hilfen, die Auszubildende in Anspruch nehmen können.

Fazit – ein unterschätztes Berufsfeld

Der Beruf des Hauswirtschaftshelfers hat allgemein einen zu geringen Stellenwert. Keinesfalls handelt es sich bei dem Tätigkeitsbereich einfach nur um den eigenen Haushalt in groß. An die Auszubildenden werden hohe Anforderungen gestellt, denn im Arbeitsalltag kommt es auf eine gute Organisation an. Hauswirtschaftshelfer sind ein wichtiges Glied in der Kette vieler Betriebe und erledigen täglich unverzichtbare Aufgaben. Und der Bedarf an Fachpersonal wird weiter steigen.

 

Bilder:

Unsplash.com@fancycrave
Unsplash.com@flaxeco


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