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Berufsfindung unkonventionell: Um die Ecke denken lohnt sich

Wenn es um das Finden des Ausbildungsberufs geht, gehen viele von euch auf ziemlich ausgetretenen Wegen. Da wird geschaut, was die Klassenkameraden machen, wird in der Familie abgekupfert oder eine Liste mit den bestbezahlten Ausbildungsberufen gecheckt. Kann funktionieren. Kann aber ebenso dafür sorgen, dass du in einigen Jahren in einem Beruf festhängst, den du hasst. Dabei kannst du die Sache auch ganz einfach unkonventionell angehen und so vielleicht einen Job finden, den garantiert keiner aus deiner Klasse macht.

1. Mach den Wesenstest

Für diesen ersten Schritt musst du dich geistig ein wenig in die Rolle eines Hundes versetzen. Der muss nämlich in vielen Bundesländern einen Wesenstest machen. Bei dir kann das aber keine Nach-, sondern nur Vorteile haben, denn was du in diesem Test herausfinden kannst, ist, welche Berufe zu deinen Neigungen und deinen persönlichen Stärken und Schwächen passen – und da erleben viele eine Überraschung. Kein Wunder, denn es gibt fast 400 Ausbildungsberufe in Deutschland, darunter auch ziemlich kurioses Zeug wie Ocularist/in.

2. Denk dir mal was aus

Wenn du an das Thema „Beruf“ denkst, werden dir meist „normale“ Dinge einfallen. Bürokaufmann, Kfz-Mechatronikerin, Eventmanager. Doch um den perfekten Beruf zu finden, kann es sich auch lohnen, deine Phantasie anzustrengen. Frag dich selbst, was herauskäme, wenn du dir deinen perfekten Beruf erschaffen könntest, mit allem, was zwischen Arbeitsort und Gehalt dazugehört – und wenn du das gemacht hast, googelst du die Begriffe ganz einfach. Mit einiger Sicherheit wird dabei ein tatsächlich bestehender Ausbildungsberuf herauskommen, von dem du noch nie etwas gehört hast. Das glaubst du nicht? Hast du schon mal was von Modisten gehört? Oder davon, dass es ausgebildete Süßwarentechnologen gibt? Siehst du!

3. Hör auf dein Talent

Musik gehört zu jeder Jugendgeneration wie Ketchup zu Pommes. Und wenn du zu denen gehörst, die ein Instrument wirklich gerne spielen, solltest du dir die Frage stellen, ob du das nicht auch beruflich machen willst. Denn auch hier gibt es ein breitgestecktes Spektrum. Beispielsweise die Ausbildung zum Ensembleleiter, die hauptsächlich in der Bildung arbeitet. Des Weiteren gibt es für die handwerklich und musikalisch Talentierten eine Menge Berufe, die sich mit Bau und Reparatur von Instrumenten befassen, etwa den Orgelbauer.

Das überzeugt dich nicht? Wie wäre es denn dann mit dem Ausbildungsberuf „Musiker/in Pop/Rock? Ganz recht, ein ausgebildeter Rocker – und im Gegensatz zu denen, die ihr Handwerk als Autodidakt erlernten, auch noch mit ziemlich guten Karrierechancen versehen, weil professionelle Musiker zwischen Fernseh- und Tonstudio immer gesucht werden.

4. Geh zum Speed Dating

Hast du schon mal was von Speed Dating gehört? Dabei sitzt sich eine gleiche Anzahl von Leuten gegenüber und datet – allerdings nur, bis nach wenigen Minuten eine Stoppuhr die Sache abbricht. Dann rutscht jeder eine Position weiter und lernt den nächsten kennen. Was das mit der Berufsfindung zu tun hat? Solche Speed Dates gibt es nicht nur in Liebesangelegenheiten, sondern sie werden auch von allen möglichen beruflichen Dachorganisationen wie HWKs, IHKs und privaten Trägern organisiert.

Dabei geht es nicht um Romantik, sondern darum, dass Arbeitgeber ihre Firma und die angebotenen Ausbildungsberufe potenziellen Azubis vorstellen – ebenfalls gegen die Stoppuhr, was den Bla-Bla-Faktor unten hält und es dir ermöglicht, binnen kürzester Zeit alle relevanten Facts über viele unterschiedliche Jobs zu erfahren. Google einfach mal die IHK oder HWK deines Wohnorts zusammen mit „Speed Dating“, bei den meisten wirst du fündig werden.

5. Greif nach den Sternen

Unter „Ausbildung“ versteht man primär Berufe. Aber der Begriff umfasst eben noch mehr. Einmal angenommen, du zielst auf die mittlere Reife und wirst sehr wahrscheinlich in deinem Abschlusszeugnis vor lautet Einsen die paar Zweien nicht sehen können. Dann darfst du dich mit Fug und Recht als top Schüler bezeichnen. Und an dem Punkt kannst du dir ruhig auch mal die Frage stellen, ob du mit einer solchen Ausgangsbasis nicht lieber nach den Sternen greifen möchtest.

Denn wer eine so gute mittlere Reife hinbekommt, wird mit einiger Sicherheit nicht an den Anforderungen des Abiturs scheitern. Hier könnte es dir zupasskommen, dass es in praktisch jedem deutschen Bundesland möglich ist, nach der zehnten Klasse Realschule aufs Gymnasium zu wechseln und dort die restlichen Jahre das Abi zu machen. Oft reicht dazu ein bestimmter Notendurchschnitt, manche Schulen verlangen einen zusätzlichen Eignungstest. Und dadurch entstünden dir völlig neue Möglichkeiten. Du könntest nach dem Abi vielleicht deine Traum-Ausbildung machen, für die es mit der mittleren Reife, egal wie gut deine Noten sind, keine Ausbildungsplätze gibt. Du könntest aber auch ganz nach oben gehen und studieren.

Fazit

Wer bei der Berufsfindung nur der Herde hinterherläuft, wird nicht zwingend glücklich. Deshalb solltest du, auch wenn du bereits glaubst, eine gute Ausbildungs-Vorauswahl getroffen zu haben, dich nicht scheuen, auch noch ein wenig um die Ecke zu denken. So mancher hat dadurch schon eine gewaltige Überraschung und wirklich seinen Traumjob gefunden.

 

Bildquellen:

1) unsplash.com © NASA
2) pixabay.com  © Pexels


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