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Die 7 wichtigsten branchenübergreifenden Soft Skills

Als angehende Einzelhandelskauffrau solltest du Menschen nicht nur mögen, sondern ihnen gegenüber auch hilfsbereit sein und ihnen gerne Dinge erklären. Für eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker ist es hingegen essentiell, sich tief in komplexe technische Zusammenhänge hineindenken zu können. Aber wie sieht es mit den generellen Fähigkeiten aus, die auch branchenübergreifend wichtig sind? Denn ohne Frage gibt es die sogenannten Soft Skills, die bei allen Arbeitgebern gefragt sind. 

Warum sind Soft Skills so wichtig?

Fachliche Kompetenzen, wie sie in den beiden Beispielen eingangs beschrieben wurden, sind eine Selbstverständlichkeit und gehören daher zu den Fähigkeiten, die Du Dir im Laufe der Ausbildung ohnehin aneignest. Das tun aber auch alle anderen Azubis, die denselben Ausbildungsberuf erlernen – die Unterschiede liegen in dieser Hinsicht vor allem in den Noten. Was dich aber gegenüber deinen Kollegen einzigartig und deshalb so interessant für den Ausbildungsbetrieb und spätere Arbeitgeber macht, sind die Eigenschaften, die über die berufliche Qualifikation hinausgehen.

Im Berufsleben kommen daher immer häufiger Verfahren zur Potentialanalyse zum Einsatz, mit denen die Unternehmen herauszufinden versuchen, was jenseits Deiner Abschlussnoten noch in Dir steckt. Du kannst ihnen aber schon ein Stück weit entgegenkommen, denn diese Verfahren können auch für eine erste Selbsteinschätzung genutzt werden. Auf diese Weise kannst Du Deine individuellen Stärken später ganz klar herausstellen – oder an möglichen Schwächen arbeiten, falls Du etwa glaubst, bei den nachfolgenden Soft Skills noch Nachholbedarf zu haben. 

1. Kommunikationsfähigkeit

Kommunikation ist in der Arbeitswelt ohne Frage die wichtigste Fähigkeit. Deine Kommunikationsfähigkeit fasst in einem Wort zusammen, wie gut Du Informationen aufnehmen, verarbeiten und weitergeben kannst. Sie umfasst:

  • Diskurs. Also Deine Möglichkeiten, Deinen Standpunkt in einem Umfeld unterschiedlicher Meinungen sowohl zu vertreten als auch andere Standpunkte zu analysieren und in Deine Ansichten einfließen zu lassen.
  • Grammatik. Dahinter verbirgt sich zum einen die Fähigkeit, Sprache korrekt zu verwenden, wie auch die Qualität Deines Ausdrucks. Der muss nicht hochgestochen sein, aber Du solltest Dich auf einem normalen Level und mit Hilfe berufsspezifischer Begriffenunterhalten können.
  • Soziolinguistik. Jeder Ansprechpartner muss anders angegangen werden. Deinem Chef gegenüber wirst Du eine andere Sprechweise verwenden als gegenüber Deinen Mit-Azubis. Gerade im Umgang mit neuen Kollegen gilt es daher, ein Gefühl für den jeweils angemessenen Ton zu finden

2. Selbstbewusstsein

Besonders in Bewerbungssituationen ist das Auftreten sehr wichtig. Wer hier selbstbewusst auftritt, hat größere Chancen, als eher zurückhaltende Bewerber. Die Frage ist aber: Was genau ist denn Selbstbewusstsein eigentlich? Die Antwort hierauf ist womöglich vielschichtiger, als Du im ersten Augenblick vermutest. Denn tatsächlich geht es dabei nicht allein um die äußere Wahrnehmung, als wie Du beispielsweise auf Deine Kollegen wirkst. 

Darüber hinaus ist der Begriff keineswegs fest definiert, er kann also unterschiedlich mit Inhalt gefüllt werden. Deswegen kann selbstbewusstes Handeln sich zum Beispiel darin äußern, dass du Schwächen und Fehler zugeben und Hilfe einfordern kannst. Für den beruflichen Werdegang ist das auch über die Ausbildung hinaus immens wichtig, denn nur auf diese Weise kannst Du dazulernen und Dich weiterentwickeln. 

3. Einfühlungsvermögen

Empathie, so der Fachbegriff für die Fähigkeit, sich in einen anderen Menschen hineinversetzen zu können, ist vor allem in Berufen im sozialen Bereich gefragt – denn hier machst Du ja nichts anderes, als Dich mit Menschen auseinanderzusetzen. Allerdings ist Einfühlungsvermögen genauso in anderen Branchen gefragt, in denen der Umgang mit Menschen zum beruflichen Alltag gehört:

  • Vielleicht wirst Du mit einem Kunden konfrontiert, der gerade mit seinem Neuwagen in einen Unfall verwickelt war und deswegen noch unter Schock steht. Dessen emotionale Situation zu erfassen und ihm in angemessener Weise zu helfen, zeugt von affektivem Einfühlungsvermögen.
  • Beim kognitiven Einfühlungsvermögen geht es hingegen darum, die Stimmung des Gegenübers wie die eigene zu empfinden – etwa, wenn es einem Kollegen gerade wegen Beziehungsproblemen schlecht geht. 
  • Ähnlich wie die Soziolinguistik eine unterschiedliche Sprechweise je nach Gesprächspartner verlangt, hilft Dir soziales Einfühlungsvermögen dabei, Dein Verhalten an das Alter, den sozialen Status und vielleicht sogar den Charakter Deines Gegenübers anzupassen. 

4. Teamfähigkeit

Kaum einen Begriff verbindet man mehr mit der modernen Arbeitswelt wie Teamfähigkeit. Er umfasst grundsätzlich zwei wichtige Aspekte:

  • Zum einen Deine Fähigkeit, ganz allgemein gut gut mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und mit verschiedensten Fähigkeiten zusammenarbeiten zu können.
  • Zum anderen gehört aber auch dazu, dass Du Deinen Platz innerhalb eines Teams einschätzen und Dich entsprechend verhalten kannst. 

Grundvoraussetzung für eine gute Teamfähigkeit sind übrigens die zuvor genannten Soft Skills, denn sie helfen in der Interaktion mit Deinen Teamkollegen weiter. Das gilt im Übrigen genauso für die nachfolgende Eigenschaft.

5. Kritik- und Konfliktfähigkeit

Im Miteinander unterschiedlicher Menschen ist es ganz normal, dass nicht in allen Fragen immer Übereinstimmung herrscht. Da werden unterschiedliche Ideen gegenübergestellt und ausdiskutiert, da passieren Fehler, die wieder behoben werden müssen. Alles nur menschlich. Die wichtige Frage ist dabei, wie Du mit solchen Situationen umgehst und wie Du zum Beispiel darauf reagierst, wenn Du mit einem Fehler konfrontiert wirst.

Wichtig ist dabei in erster Linie, niemals von der sachlichen Ebene auf eine emotionale zu wechseln. Gerechtfertigte Kritik solltest Du daher annehmen und sie als Hilfe verstehen, Dich zu verbessern. Allerdings ist auch ungerechtfertigte Kritik kein Grund, aus der Haut zu fahren. Dasselbe gilt für Auseinandersetzungen, wie sie etwa mit Kollegen durchaus vorkommen können. In diesen Situationen ist übrigens ebenfalls hilfreich, die eigene Position präzise und klar darlegen und sich gleichzeitig in die der anderen hineinversetzen zu können. 

6. Selbstdisziplin

Der berufliche Alltag – und den bringt die Ausbildung eben mit sich – bedeutet für Dich einige gravierende Veränderungen im Vergleich zu dem Leben, das Du noch aus Schulzeiten kennst. Gleichzeitig hast Du jetzt zusätzlich noch die Erwartungen Deiner Ausbilder, die es zu erfüllen gibt. Damit Du als selbst als Azubi als vollwertiges Mitglied des Teams angesehen wirst und den Anforderungen mental und physisch gewachsen bist, wirst Du eine gute Portion Selbstdisziplin brauchen. 

Das klingt anstrengend, weil es in mancherlei Hinsicht auf Verzicht hinausläuft, allerdings kannst du Selbstdisziplin auch mit wenigen Schritten lernen oder verbessern. Davon profitiert aber nicht nur Dein Ausbildungsbetrieb, in erster Linie kommt die Selbstdisziplin Dir selbst zugute – denn sie hilft Dir dabei, Deine Ziele in der Ausbildung und danach leichter zu erreichen. 

7. Flexibilität

Die Arbeitswelt von heute ist eine, die sich in teilweise rasantem Tempo verändert. Das gilt sowohl für Fachwissen und Technologien als auch für Aufgaben und Arbeitsmodelle. Damit Du darin nicht verloren gehst und Dich immer auf die jeweilige Situation einstellen kannst, ist Flexibilität eine wichtige Eigenschaft. 

Die umfasst übrigens ganz verschiedene Aspekte:

  • Du musst in der Lage sein, Dich auf schnell auf neue Aufgaben und Probleme einstellen zu können und für diese Lösungen anzubieten – das fällt unter geistige Flexibilität.
  • Im Beruf beginnt der Tag nicht immer um 8 Uhr morgens und endet um 16 Uhr am Nachmittag. Unter Umständen ist es manchmal notwendig, dass Du über die eigentlich vereinbarten Zeiten hinaus arbeitest.
  • Immer wichtiger ist heutzutage auch Flexibilität hinsichtlich des Standorts – das wird womöglich während der Ausbildung noch nicht so relevant sein, aber wenn Du in einem größeren Konzern tätig bist, wirst du vielleicht gelegentlich zu einem Ortswechsel angehalten sein, weil Deine Mitarbeit an einem anderen Standort gefragt ist. 

Fazit

Jeder Ausbildungsberuf stellt spezielle Anforderungen an Dich, die Du für Deinen Erfolg unbedingt benötigst. Darüber hinaus solltest Du jedoch auch niemals die branchenübergreifenden Fähigkeiten und Eigenschaften vergessen. Auf dem Arbeitsmarkt gewinnen die persönlichen Soft Skills immer mehr an Bedeutung – also solltest Du auch die Ausbildungszeit schon nutzen, um in diesem Bereich dazuzulernen. Für Deinen späteren Werdegang im Beruf kann das nur von Vorteil sein. 
 

Bildquellen:
1) unsplash.com © julianhanslmaier
2) unsplash.com © huntersrace
3) unsplash.com © rawpixel
4) unsplash.com © helloquence


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