Jetzt schon an die Rente denken: Wie du dich vor der Altersarmut schützt

Eigentlich kannst du gar nicht früh genug anfangen, für deinen Lebensabend vorzusorgen. Klar, sagst du dir, du hast dein ganzes Leben ja noch vor dir und schiebst die finanzielle Vorsorge auf einen späteren Zeitpunkt. Allerdings ist das der falsche Weg, wenn du im Alter deinen Lebensstandard halten können möchtest. Du musst also früh genug selbst aktiv werden. Allerdings ist das mit einem Azubigehalt gar nicht so einfach. Was du jetzt tun kannst, um privat fürs Alter vorzusorgen und welche Möglichkeiten du in deinem späteren Arbeitsleben hast, haben wir an dieser Stelle für dich zusammengefasst. 

Die gesetzliche Rente

Wenn du dir deine Abrechnung jeden Monat einmal genau anschaust, dann siehst du, dass ein bestimmter Prozentsatz deines Lohns in die gesetzliche Rentenversicherung fließt. Sofern du nicht weniger als 450 Euro verdienst, wirst du das auch weiterhin tun. Auf diese Weise sammelst du Geld für dein Leben nach der Arbeit. Allerdings reicht die gesetzliche Rente meistens nicht aus, um den Lebensstandard deiner letzten Jahre in Arbeit zu halten. 

Als Faustregel gilt: etwa 80 Prozent deines letzten Nettoeinkommens müssten zur Verfügung stehen, damit du deinen Standard halten kannst. Allerdings liegt das aktuelle Rentenniveau bei rund 48,1 Prozent und höchstwahrscheinlich wird das Niveau in den kommenden Jahren noch weiter sinken. 

Deshalb ist es wirklich wichtig, dass du schon früh genug anfängst, privat für deinen Lebensabend vorzusorgen. Dabei hast du eine Menge verschiedener Möglichkeiten, die du unter anderem auch miteinander kombinieren kannst, um deine gesetzliche Rente zu ergänzen. 

Staatliche Förderung mit der Riester Rente

 Dabei handelt es sich um eine geförderte private Möglichkeit fürs Alter vorzusorgen. Das Modell wurde im Jahr 2002 im Zuge der Rentenreform ins Leben gerufen. Die Regierung hatte damals das Rentenniveau gesenkt. Die entstandene Lücke soll unter anderem durch die Riester Rente geschlossen werden. Dabei unterstützt der Staat die Sparer mit Steuervorteilen und Zuschüssen. 

Jeder Versicherte erhält grundsätzlich 175 Euro pro Jahr. Eltern erhalten je nach Geburtsjahr des Kindes eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro. Besonders interessant für dich ist jedoch der Berufseinsteigerbonus. Dabei erhältst du einmalig 200 Euro sofern du im Jahr des Vertragsabschlusses noch keine 25 Jahre alt bist oder wirst. 

Die Beiträge, die du im Monat zahlst, kannst du darüber hinaus bei deiner jährlichen Steuererklärung geltend machen. Bis zu 2.100 Euro pro Jahr sind möglich. Um wirklich die beste Riester Rente für dich zu finden, solltest du unbedingt die verschiedenen Anbieter miteinander vergleichen oder schau einfach im Netz nach. Der Riester Rente Testsieger wurde von Finanzen.de ermittelt. 

Betriebliche Altersvorsorge

Dabei unterstützt dich nicht der Staat, sondern dein Chef zahlt bei deiner Altersvorsorge mit. Allerdings lohnt sich diese betriebliche Altersvorsorge nicht immer für dich. Im besten Fall zahlt der Chef den kompletten Betrag. Dann lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge in jedem Fall. Dank zweier Gesetzesänderungen in den Jahren 2018 und 2019 muss der Arbeitgeber jedoch mindestens 15 Prozent zuschießen. Wirklich lohnenswert ist die Betriebsrente jedoch erst ab einem Satz von 20 oder sogar 30 Prozent. 

Bei der späteren Auszahlung kannst du dann wählen, ob du lieber einen großen Betrag oder monatliche Beträge beziehen willst. Denk jedoch daran, dass du die Betriebsrente bei der Auszahlung versteuern musst. 

Falls du in Zukunft jedoch öfters Jobwechsel einplanst, ist die Betriebsrente ebenfalls nicht so sinnvoll. Denn oft sind die Verträge nur schwer auf einen anderen Arbeitgeber übertragbar. Besser ist in diesem Fall doch die Riester Rente.

Private Altersvorsorge

Natürlich ist es auch möglich, dass du komplett selbstständig für dein Alter vorsorgst. Am besten funktioniert das mit einer privaten Altersvorsorge von der Bank. Allerdings können hier relativ große Beträge pro Monat auf dich zukommen, weshalb du dich unbedingt beraten lassen solltest. Mach vorher einen Finanzplan, sodass du sicher sein kannst, dass du die monatlichen Raten wirklich von deinem Gehalt zahlen kannst.  

Außerdem solltest du bedenken, dass bereits beim Vertragsabschluss schon Gebühren anfallen können. Alternativ könntest du dich aber auch über sogenannte Fondssparpläne informieren. Damit kannst du schon mit kleinen monatlichen Beträgen über eine gewisse Laufzeit eine Menge Geld ansparen. 

Im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten hast du hier je nach Art des Fonds und Aktienkurs höhere Ertragschancen. Allerdings existiert ein mehr oder weniger geringes Risiko, dass du dabei Geld verlieren kannst. Wenn du allerdings langfristig investierst, ist es ziemlich sicher, dass du Gewinn machen kannst. 

Der Klassiker: das Eigenheim

Klar, während der Ausbildung wirst du dir bestimmt kein eigenes Haus kaufen, geschweige denn überhaupt leisten können. Allerdings solltest du es nicht generell ausschließen. Eine Immobilie ist aktuell eine der beliebtesten Möglichkeiten der Altersvorsorge. Du investierst dabei nämlich in einen Sachgegenstand, der höchstwahrscheinlich nicht an Wert verlieren wird, sondern später sogar mehr wert sein kann.

Das ist allerdings vom Zustand des Hauses, der Lage und anderen Faktoren abhängig. Grundsätzlich stehst du aber mit einer Immobilie im Alter gut da. Du kannst entweder darin wohnen und dir die Miete sparen. Auf diese Weise hättest du mehr von deiner Rente. Du kannst das Haus oder die Wohnung auch verkaufen oder vermieten, um deine Rentenkasse aufzubessern.

 

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