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Was Azubis bei einem Nebenjob beachten müssen

In vielen Ausbildungsberufen ist das Ausbildungsgehalt nicht gerade üppig. Zwar gibt es seit dem Jahr auch einen Mindestlohn für Azubis, der aktuell bei 515 Euro im ersten Lehrjahr liegt und bis 620 Euro im Jahr 2022 steigen soll (vgl. arbeitsrecht.de), allerdings reicht das – je nach den individuellen Lebensumständen nicht unbedingt aus, um davon zu leben. Um die Ebbe im Azubi-Portemonnaie überbrücken zu können, gibt es diverse Optionen – wie etwa das Kindergeld, die Berufsausbildungsbeihilfe, das Wohngeld und weitere Leistungen. Nicht unüblich ist es auch, dass sich Azubis neben ihrer Ausbildungsstelle einen Nebenjob suchen. Was für Azubis bei der Aufnahme eines Nebenjobs zu beachten ist, zeigt dieser Beitrag.

Welchen Nebenjob passt in den Azubi-Alltag?

Unabhängig davon, ob die reguläre Azubi-Arbeitszeit aufgrund des Alters nach dem Arbeitszeitgesetz oder nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt wird (vgl. haufe.de), gilt doch immer eins: Erst kommt die Ausbildungsstelle und die Berufsschule, dann darf ein Gedanke an einen Nebenjob verschwendet werden. Ein paar Anregungen in dieser Liste auf mein-wahres-ich.de liefern Inspiration, wenn es darum geht von zuhause aus und damit auch mit einem Höchstmaß an Flexibilität Geld zu verdienen.

Ein Blick auf die Liste zeigt: Das Internet bietet offensichtlich zahlreiche Nebenjob-Varianten für Azubis. Welche Job-Variante es werden kann, ist abhängig vom eigenen Know-how. Als Sprachlehrer, Übersetzer, Autor, Texter oder Programmierer braucht es Fachexpertise. Als Tier- oder Babysitter braucht es vor allem soziale Fähigkeiten. Darüber hinaus gilt auch hier: Um die Ecke denken, ist erlaubt.

Welche Punkte sind bei der Wahl des Nebenjobs zu bedenken?

Grundsätzlich sind bei der Wahl des Nebenjobs diese Punkte zu beachten:

  • Der Nebenjob muss sich zeitlich mit den Anforderungen des Ausbildungsbetriebs in Einklang bringen lassen. Oberste Priorität muss die Berufsausbildung haben. Gibt es hier geregelte Arbeitszeiten (ohne Schichtdienst), ist es leichter, einen Nebenjob anzunehmen. So ist es sogar denkbar, abends oder an den Wochenenden zu bedienen oder im Einzelhandel zu arbeiten.

  • Der Nebenjob muss erreichbar sein. Natürlich gibt es coole Nebenjobs, wie beispielsweise im Kino, in der Disco oder im Theater. Grundvoraussetzung muss jedoch sein, dass die Stelle auch erreichbar ist. Azubis, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, um zum Nebenjob zu kommen, müssen bedenken, dass nicht nur die Anfahrt zum Job, sondern auch die Heimfahrt möglich sein muss – auch wenn die Schicht in der Bar um drei Uhr morgens endet und vielleicht kein Bus oder kein Zug mehr fährt.

  • Der finanzielle Aufwand, der für die Erfüllung des Nebenjobs anfällt, muss im Verhältnis stehen. Wer also monatlich viel Geld in die Fahrtkosten investieren muss, um den Job überhaupt antreten zu können, sollte nachrechnen, ob nach den Ausgaben überhaupt noch Einnahmen aus dem Job übrigbleiben.

Ein eher witzig gemeinter Rat mit dennoch einer Portion Wahrheitsgehalt ist dieser: Wer eben dort arbeitet, wo er sonst gerne selbst konsumiert – sei es im angesagten Café, im Klamotten- oder Technikladen, – der läuft Gefahr, das verdiente Geld direkt wieder umzusetzen. Dieser Tatsache sollten sich Azubis bewusst sein, die eben dort arbeiten, wo sie die größte Summe ihres Arbeitslohnes ohnehin investieren.

Was ist rechtlich zu beachten?

Wer neben der Arbeit als Azubi Geld verdienen möchte, darf das tun – allerdings müssen dafür ein paar rechtliche Spielregeln eingehalten werden.

  • Rechtslage. Der Arbeitgeber des Nebenjobs darf in der Regel kein Konkurrent des Ausbildungsbetriebs sein. Eine Klausel, die in diesem Fall die Tätigkeit untersagen würde, ist ggf. im Ausbildungsvertrag dokumentiert. Auch ohne ein Nebenjob-Verbot oder einen Konkurrenzausschluss im Vertrag ist es wichtig, als Azubi den Ausbildungsbetrieb über den Nebenjob zu informieren. Möglicherweise gibt es Diskussionen, weil der Ausbildungsbetrieb um die ungeteilte Aufmerksamkeit des Azubis bangt. Grundlos den Nebenjob ablehnen, darf der Betrieb nicht. Allerdings darf der Azubi nicht etwa in seinem Erholungsurlaub seinen Nebenjob ausführen und er muss sich an die gesetzlichen Arbeitszeiten halten (40 Wochenstunden bei Jugendlichen, 48 Wochenstunden bei Erwachsenen).

  • Finanzen. Natürlich ist der Nebenjob dazu da, Geld ins karge Azubi-Portemonnaie zu spülen. Allerdings gibt es an dieser Stelle vor allem steuerliche Themen zu beachten. Bei einem Minijob mit monatlich 450 Euro gibt es keine steuerlichen Konsequenzen für den Azubi. Wer Azubi-BAföG bezieht, könnte Kürzungen riskieren. Unter 450 Euro ist nicht mit Abstrichen zu rechnen. Wer Berufsausbildungsbeihilfe bekommt, müsste den Freibetrag in Höhe von 255 Euro im Auge behalten. Das Recht auf Kindergeld bleibt unberührt, wenn der Azubi jünger ist als 25 Jahre und/oder bei den Eltern wohnt.

 

Abbildung 1: pixabay.com © fancycrave1 (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: pixabay.com © AngelicaBarbieri (CC0 Public Domain)

Abbildung 3: pixabay.com © LuckyLife11 (CC0 Public Domain)

 


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