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Gewusst wie: Besser lernen für die Ausbildung

Keine Ausbildung ohne ständiges Lernen. Was in der Ausbildungsstätte im Kreis der neuen Kollegen eine Menge Spaß machen kann, ist bei den Vorbereitungen auf die Prüfungen der Berufsschule stattdessen oft eher lästig. Das kannst du mit den richtigen Strategien und Herangehensweisen aber ändern: Das Lernen wird dir so in jedem Fall deutlich leichter fallen.

Jeder lernt anders

Die Grundvoraussetzung für eine effektive Lernstrategie bist zuallererst aber du selbst. Denn jeder Mensch lernt auf unterschiedliche Weise besser, also solltest du in einem ersten Schritt herausfinden, welcher Lerntyp du eigentlich bist.

Wenn du weißt, auf welche Weise du Informationen am besten abspeichern und wieder aufrufen kannst, lassen sich Hilfsmittel und Methoden optimal auf deine Stärken beim Lernen abstimmen. Dir den Lernstoff immer wieder laut aufzusagen, wirkt zum Beispiel nicht besonders gut, wenn du eher visuell geprägt bist – dann sind Schaubilder und ordentliche Notizen das Mittel der Wahl, um den Unterrichtsstoff zu verinnerlichen.

Abgesehen von den jeweiligen Veranlagungen der verschiedenen Lerntypen gibt es aber durchaus noch einige andere Möglichkeiten, mit denen du das Lernen angenehmer und effektiver gestalten kannst.

Die richtigen Voraussetzungen schaffen

Lernen ist tatsächlich eine Wissenschaft für sich. Das bedeutet glücklicherweise, dass etwa aus den diesbezüglichen Erkenntnissen aus der Psychologie immer wieder neue Ansätze für die individuell ideale Herangehensweise gewonnen werden können. Ein paar grundlegende Dinge können aber unabhängig davon helfen:

Die richtige Lernumgebung gestalten

Ein zentraler Punkt ist das Umfeld, in dem du lernst. Kreatives Chaos ist, wie die Bezeichnung schon sagt, bei kreativen Prozessen erlaubt und inspirierend. Beim Lernen hingegen ist Struktur besser. Für deinen Lernplatz gelten daher dieselben Regeln wie für ein Arbeitszimmer. Wichtig ist das Zusammenspiel aus Möbeln, Beleuchtung, Farbgestaltung und Elementen, mit denen du alle benötigten Utensilien organisieren kannst.

Je aufgeräumter dein Arbeitsplatz ist, je weniger Ablenkungen dort auf dich warten, desto besser kannst du dich auf den Stoff konzentrieren. Was umgekehrt nicht bedeutet, dass du auf jede persönliche Note verzichten müsstest. Letztendlich geht auch darum, dich in deiner Lernumgebung wohlzufühlen.

Die richtige Planung

Strukturen helfen aber nicht nur, wenn es um das Einrichten deines Arbeitsplatzes geht. Sie erleichtern dir auch die Planung: Was hast du zu lernen, wie umfangreich ist der Stoff, wie viel Zeit benötigst du hierfür, bis wann musst du alles im Kopf haben?

Anhand dieser Fragen kannst du im Voraus einteilen und festlegen, wann du was lernst. Du kannst die notwendigen Lernpausen einplanen und die Zeiten für Wiederholungen einkalkulieren. Versuche nur nicht, dir den gesamten Lernstoff in Marathon-Sessions möglichst auf einmal anzueignen. Damit überlastest du lediglich dein Gedächtnis. Mit Pausen und Wiederholungen gibst du deinem Gehirn die Zeit, um die Informationen im Langzeitgedächtnis unterzubringen.

Wichtig hierbei: Zu viel Aufregung während deiner Pausen ist kontraproduktiv. Sie nimmt das Gehirn zu sehr in Anspruch und verhindert damit, dass du dir das Gelernte auch wirklich einprägst. Außerdem ist es empfehlenswert, keine neuen Informationen aufzunehmen, die sich dann über die gerade gelernten legen.

Die richtige Ernährung

„Iss dich schlau“ ist kein Marketing-Gag, sondern eine gute Möglichkeit, dein Gehirn in Lernphasen fit zu machen. Denn deine grauen Zellen sind die größten Energieverbraucher des Körpers und benötigen entsprechend viel Nachschub, wenn sie gefordert sind. Eine naheliegende Lösung wären Süßigkeiten, da die sehr schnell sehr viel Energie liefern – aber leider nur für kurze Zeit. Genauso schnell sinkt daher die Leistungsfähigkeit deines Gehirns wieder.

Sorge deshalb besser dafür, dass dein Blutzuckerspiegel beim Lernen möglichst gleichmäßig auf einem ausreichend hohen Niveau liegt. Dazu greifst du am besten zu Lebensmitteln, die deinem Körper Kohlenhydrate zur Verfügung stellen, die eher langsam in den Blutkreislauf sickern. Klassisch zählen Vollkornprodukte hierzu, aber beispielsweise auch Äpfel oder Möhren. Ein weiterer Vorteil von sogenanntem Brainfood: Du bekommst nicht so schnell wieder Hunger – eine Ablenkung weniger.

Lesetechniken, Erinnerungstechniken und Hilfsmittel

Bleibt abschließend nur noch die Frage, wie du am besten konkret an den Lernstoff herangehen solltest. Auch hier hast du wieder verschiedene Möglichkeiten, angefangen beim Lesen bis hin zum Aufbereiten der Informationen.

Viel Stoff lesen zu müssen, kann selbst für diejenigen anstrengend werden und abschreckend wirken, die sich ansonsten gerne in ihre Bücher vertiefen. Dann fällt schon der Zugang schwer und der Widerstand wächst im schlimmsten Fall mit jeder weiteren Seite. Einfacher wird es womöglich durch verschiedene Lesetechniken:

  • Kursorisches Lesen.
    Hierbei geht es darum, dir schnell einen Überblick über einen Text und dessen Inhalt zu verschaffen. Du liest dabei nicht jedes einzelne Wort, sondern überfliegst ihn lediglich für einen groben Eindruck. Danach kannst du in die intensivere Lektüre einsteigen.
  • Diagonales Lesen.
    Funktioniert ähnlich wie das kursorische Lesen, nur dass der Text diagonal von links oben nach rechts unten auf bestimmte Schlüsselwörter geprüft wird. Auch dabei gewinnst du nur einen ersten Überblick, kannst aber gleich einschätzen, wo die für dich relevanten Passagen stecken.

Solltest du nicht gerade über ein fotografisches Gedächtnis verfügen, reicht das Lesen allein aber nicht aus, um die gewonnenen Informationen nachhaltig abzuspeichern. Erinnerungstechniken können genau dabei helfen. Das Prinzip ist meistens gleich (es handelt sich um eine Form von Visualisierung und Verknüpfung), nur die Methode ändert sich:

  • Eselsbrücke.
    Immer noch die einfachste Möglichkeit, um sich etwas Neues zu merken: Es wird einfach mit einer Eselsbrücke – einem Mediator – verknüpft. Das kann so ziemlich alles sein, von einem Wort über ein Bild bis hin zu einer Geschichte.
  • Loci-Methode.
    Bekannte Orte oder Wege kannst du höchstwahrscheinlich ohne größere Schwierigkeiten immer wieder in deinem Gedächtnis abrufen. Diese Fähigkeit nutzt die Loci-Methode (übersetzt bedeutet „loci“ auch nichts anderes als „Orte“). Die Informationen werden dabei mit bestimmten Ankerpunkten entlang einer bekannten Route verknüpft. Gehst du dann in Gedanken diesen Weg nach, gelangst du automatisch wieder zu den Informationen, die du an diesen Punkten abgespeichert hast.

Alternativ kannst du dir die Informationen auch mit Hilfe einer Geschichte merken oder – wie Sherlock Holmes in der BBC-Serie „Sherlock“ – ein Gedächtnisschloss bauen. Dabei handelt es sich übrigens um eine Technik, die schon seit der Antike bekannt ist. Falls dir diese Techniken nicht helfen sollten, kannst du immer noch zu verschiedenen anderen Mitteln greifen:

  • Karteikarten.
    Der Klassiker unter den Lernmitteln und nach wie vor bewährt. Zum einen musst du dazu alle wichtigen Informationen fein säuberlich auf die Karten übertragen und hast damit gleich die erste Wiederholung des Stoffs. Gleichzeitig kannst du die ausführlicheren Informationen direkt mit einem Anker verbinden, der dir beim Abrufen aus dem Gedächtnis hilft. Funktioniert analog (auf Papier) genauso gut wie digital.
  • Spickzettel.
    In Prüfungen verboten, beim Lernen aber unglaublich hilfreich. Denn Spickzettel fassen üblicherweise das Wesentliche zu einem Thema zusammen und wirken so als Grundstein, um von dort aus auf umfangreichere Kenntnisse zurückzugreifen. Das setzt allerdings zwei Dinge voraus: Du hast den Überblick selbst zusammengetragen (etwa aus deinen Notizen) und die Zusammenfassung klar und übersichtlich gestaltet.

Mit allen diesen Tipps und Hilfsmittel sollte es dir gewissermaßen spielend gelingen, das Lernen für deine Ausbildung zu meistern – und zwar erfolgreich.

 

Bild 1: Adobe Stock © Impact Photography

Bild 2: Adobe Stock © Jacob Lund

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