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Haushaltsplanung für Azubis – Aufbruch in eine neue Welt

Für viele Azubis beginnt zu Beginn der Ausbildung der echte Ernst des Lebens. Damit muss nicht einmal die Ausbildung gemeint sein. Nein, viele Azubis ziehen nun auch in ihre erste eigene Wohnung und wie jeder weiß, ist das so ganz und gar nicht einfach. Das Gehalt von Auszubildenden ist oft knapp, ebenso knapp ist die Erfahrung, wie man eigentlich so einen Haushalt ganz alleine schmeißt. Eine Wohnung ist nicht das alte Zimmer bei den Eltern, plötzlich müssen Dinge und Einkäufe bedacht werden, die wirklich eine Herausforderung sind. Trotzdem gilt: Niemand sollte sich schämen, wenn es anfangs nicht funktioniert. Die absolute Regel als erstmaliger Haus- und Haushaltsleiter ist schlichtweg, dass es für alle Probleme Lösungen gibt und Missgeschicke gehören ebenso dazu, wie der Kampf mit dem Spannbettlaken. Wie es ein wenig einfacher sein könnte, zeigt dieser Artikel.

Wenn das Geld knapp ist: planen

Diese Weisheit trifft eigentlich immer zu, denn selbst jemand mit einem sehr hohen Einkommen muss planen, damit es reicht. Mit der Höhe des Einkommens steigen nämlich auch die Ansprüche. Trotzdem bedeutet die allgemeine Geldflaute bei Azubis, dass die einstigen Stundenpläne anderen Plänen weichen:

  • Essenspläne – sie sind wirklich der Anker der finanziellen Planung. Wer sich gut überlegt, was an welchem Tag gegessen wird, der kann zielgerichtet einkaufen und vor allem größere Mengen kochen. Der Überschuss wird tiefgefroren und dient wahlweise als gesundes und günstiges Fertiggericht oder auch in klammen Zeiten als Rettung, damit nicht wieder Nudeln auf den Tisch kommen.

  • Einkaufsplan – dafür ist der Essensplan notwendig. Ansonsten sollte immer nur mit einem festen Einkaufszettel eingekauft werden. Praktisch sind Kühlschrankzettel. Hier wird aufgeschrieben, was gerade ausgegangen ist. Noch besser: Notieren, sobald die letzte oder vorletzte Portion genutzt wird. Gerade bei Toilettenpapier gilt nämlich, dass es gerne beim Einkaufen vergessen wird.

Es bedarf ein wenig Übung, um die beste Vorgehensweise für sich selbst zu finden. Listen und Pläne mögen furchtbar abschreckend klingen, doch sind sie eine gute Hilfe bei der Budgetplanung. Wer kann schon wissen, wie teuer ein Einkauf wird, wenn nicht einmal bekannt ist, was überhaupt benötigt wird? Ungeplante – und gar hungrige – Einkaufstouren kosten immer wesentlich mehr.

Ein Haushaltsbuch hilft bei der Planung

Manche Szenarien betreffen längst nicht nur Azubis. Es ist der Monatszwanzigste, auf das Konto trifft der Spruch »Ein leeres Glas ist ein trauriges Glas« absolut zu und im Geldbeutel laufen sich die Mäuse ebenso Plattfüße, wie im Kühlschrank. Dabei sollte das Geld doch laut der eigenen Rechnung mühelos über den Monat reichen? Macht es das regelmäßig nicht, obwohl keine bekannten Notfallausgaben gestemmt werden müssen, liegt es meist daran:

  • Zufallskäufe – im Supermarkt sah etwas köstlich aus, die Hose oder ein anderes Kleidungsstücke wollte auch unbedingt in die Einkaufstüte. Diese Käufe fallen erst gar nicht auf, doch reduzieren sie das Budget massiv.

  • Essen und Trinken – Brötchen vom Bäcker, statt daheim zu essen, wird doch schnell eine Fast-Food-Kette aufgesucht und Coffee-to-Go ist einfach praktisch. Leider kosten diese Ausflüge auch viel Geld.

  • Abos – manche Abos sind fix abgeschlossen. Immerhin soll die Figur kerniger werden, also wird eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio gewählt. Dass die Arbeitszeiten und das Lernen für die Berufsschule kaum Zeit lassen, um ins Studio zu gehen, ist nebensächlich. Auch Musik-, Streaming- oder Spieleabos kosten auf den ersten Blick nicht viel, jedoch haben sie die Eigenschaft, sich zu summieren.

Die beste Möglichkeit, um einen echten Überblick zu erhalten, wohin das Geld überhaupt fließt, ist die Führung des Haushaltsbuchs. Das lässt sich recht einfach selbst erstellen, alternativ gibt es Haushaltsbücher in Papierform, als App oder auch als PC-Programm. In sie werden fortan folgende Kosten eingetragen:

  • Fixkosten – das sind die Kosten, die jeden Monat anfallen: Miete, Strom, GEZ, Telefon etc.. Viele Haushaltsbücher stellen die Fixkosten direkt dem Einkommen gegenüber und berechnen nun, was übrigbleibt.

  • Haushaltseinkäufe – Lebensmittel, Putzmittel, Hygienemittel. Es ist sinnvoll, hier wenigstens für einige Monate sehr detailliert vorzugehen und jedes einzelne Produkt samt Preis zu notieren. Nur so lässt sich Raum für Einsparungen finden.

  • Kleidung – selbsterklärend. Aber auch hier: jedes Kleidungsstück wird einzeln aufgeführt.

  • Unterhaltung – die Kosten für die Unterhaltung, wobei hier auch die Streamingdienste mit aufgeführt werden.

  • Sonstiges – das sind die anstrengendsten Eintragungen, denn hierunter fällt jeder Kaffee, jedes Brötchen und jede Ausgabe, die sonst nicht zugeordnet wird.

Nach einiger Zeit lässt sich gut sehen, wohin überhaupt das Geld fließt. Aber das Haushaltsbuch hilft auch, um Budgets für Bereiche zu definieren. Sie werden immer vom Restgeld berechnet, welches nach Abzug der Fixkosten übrig ist:

  • Haushalt – das Budget ist für den gesamten Monat für alle Käufe, die mit dem Haushalt in Verbindung stehen. Tipp: Einen Betrag nehmen, der durch vier Wochen geteilt wird, sodass das Budget noch wochenweise eingeteilt wird.

  • Freizeit – dieses Geld steht für die Freizeit zur Verfügung: Kino, Konzerte, Party.

  • Bekleidung – ist genügend Geld übrig, wird monatlich ein Fixbetrag für die Kleidung zurückgelegt.

  • Sparen – auch beim knappesten Budget sollte monatlich Geld fest auf die Seite gelegt werden. Das hilft bei größeren Anschaffungen, kann in Notsituationen genutzt werden – oder aber als Starthilfe für den Urlaub dienen.

Anschaffungen planen

Stehen größere Anschaffungen an, müssen Azubis natürlich mit Bedacht vorgehen. Die Nutzung des Dispos ist generell eine schlechte Idee. Daher gilt:

  • Sparen – Azubis sollten ohnehin monatlich einen festen Betrag beiseitelegen. Dieser kann für Notzeiten, aber auch für Anschaffungen genutzt werden.

  • Finanzspritze – eventuell helfen die Eltern ein wenig aus und geben zumindest einen Teilbetrag dazu?

  • Kredite – es gibt durchaus Azubikredite. Auf entsprechenden Vergleichsseiten lassen sich verschiedene Kreditangebote für Azubis finden. Ein vorheriger Vergleich ist dabei essenziell, denn so können Kreditnehmer die Kosten deutlich niedriger halten und zudem Wunschmerkmale wie kostenfreie Sondertilgungen oder Ratenpausen erhalten.

Anschaffungen können also wirklich eine Herausforderung für den Geldbeutel darstellen. Wer jedoch auch diese früh genug plant oder im Notfall auch mal eine externe Finanzierung ins Auge fasst, kommt auch damit klar.

Fazit - es spielt sich bald ein

Aller Anfang ist schwer, doch meist dauert es nur wenige Monate, bis Azubis ihre erste Wohnung und ihre Finanzen gut im Griff haben. Haushaltsbücher, Essenspläne und Einkaufszettel helfen dabei, nicht den Überblick zu verlieren. Und selbst für größere Anschaffungen gibt es fast immer eine gute Lösung.

 

Bildquellen:

Abbildung 1: @ Josh Appel / Unsplash.com
Abbildung 2: @ 30daysreplay.de / Unsplash.com


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