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Ausbildung zum Fußballtrainer - Wissenswertes über Lizenzen und Kompetenzen

Sicher, viele ausgediente Fußballprofis gehen in die Jugendarbeit und machen ihren Trainerschein. Aber der Trainerjob ist längst nicht nur für Profis interessant, denn die Arbeit als Fußballlehrer zieht viele Menschen in den Bann. Warum sollte man sich nicht mit den Bambinis des Stadtteils befassen oder die Jugendelf des Vereins trainieren? Und was ist mit den Senioren, die gerne mal wieder ordentlich gegen den Ball treten würden? Um ein echter Fußballlehrer zu werden, sind jedoch Lehrgänge und Lizenzen nötig. Welche es gibt und wie man diese bekommt, zeigt dieser Artikel.

Lizenzen für Fußballtrainer

Es ist nun mal so, dass ein Fußballer nicht einfach hingehen und Spieler offiziell trainieren kann. Sicher ist das in vielen kleinen Vereinen häufige Praxis und die Kleinsten werden von Eltern oder älteren Spielern trainiert. Korrekt ist jedoch, eine der Lizenzen für Fußballlehrer zu erwerben, die dann offiziell zum Trainieren bevollmächtigen. Und es gibt verschiedene Lizenzen:

  • Die C-Lizenz - das ist die unterste Lizenzstufe. Sie unterliegt den jeweiligen Landesverbänden. Wer die Lizenz erwerben möchte, muss sich bei dem Verband zum Lehrgang anmelden. Die Voraussetzung ist ein Mindestalter von 16 Jahren, für Trainer ab 15 gibt es eine spezielle Junior-Coach-Ausbildung. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Teilnehmer einen Erste-Hilfe-Kurs mit einem Umfang von neun Stunden mitmacht. Die Lizenz wird erst nach der kompletten Teilnahme des Lehrgangs samt Prüfung vergeben. Der Lehrgang umfasst 120 Einheiten, die sich in Basiswissen und spezifischen Inhalten aufteilen. Die Zielgruppe dieser Lizenz sind Kinder-, Jugend- und Erwachsenentrainer.

  • B-Lizenz - für diese Lizenz ist es nicht notwendig, die C-Lizenz erworben zu haben, doch unterliegt auch der B-Trainerschein der Altersvoraussetzung und dem Erste-Hilfe-Kurs. Auch für die B-Lizenz müssen 120 Lerneinheiten im Rahmen eines Lehrgangs samt Prüfung absolviert werden. Die 40 Einheiten mit Schwerpunkt sind Wahlfächer, da B-Trainer den Fokus auf Erwachsenen- oder Jugendfußball legen können. Wer eine B-Lizenz besitzt, darf im Männerfußball bis einschließlich fünfte Liga und im Frauenfußball bis zur 2. Bundesliga trainieren.

  • DFB-Elite-Jugend-Lizenz - hierzu ist die B-Lizenz mit einer Abschlusspunktzahl von mindestens 10 notwendig. Die Lizenz muss seit mindestens einem Jahr vorhanden sein und der Trainer muss vorweisen können, dass er mindestens zwanzig Trainingseinheiten an einem DFB-Stützpunkt absolviert hat. Diese Lizenz unterliegt bereits dem DFB, der auch den Lehrgang anbietet. 80 Lehreinheiten müssen insgesamt absolviert werden, hinzu kommt eine Prüfung. Die Schwerpunkte liegen auf dem Jugendbereich. Wer diese Lizenz erwirbt, darf eigenverantwortlich Teams in der 2. Frauen-Bundesliga sowie der B-Juniorinnen-Bundesliga betreuen.

  • A-Lizenz - das ist die letzte Stufe, die es vor dem Titel »Fußballlehrer« gibt. Interessenten müssen erneut 100 Lerneinheiten absolvieren und schließlich eine Prüfung schaffen. Mit der A-Lizenz dürfen Vereine bis zur Regionalliga trainiert werden, bei den Junioren- und Frauenteams Mannschaften bis zur Bundesliga.

Und wie schafft man es, tatsächlich in die Profiligen zu gelangen und hier zu trainieren? Das gelingt nur mit der Lizenz zum Fußball-Lehrer, der ganz besondere Voraussetzungen hat:

  • Voraussetzung - der Anwärter muss die A-Lizenz besitzen und mindestens für ein Jahr verantwortlicher Trainer im Amateurbereich oder als Co-Trainer in der 3. Liga oder aufwärts gearbeitet haben.

  • Bewerbung - es ist eine Bewerbung notwendig, die sich in allgemeinen Angaben, Berufsausbildung und den sportlichen Werdegang aufgeilt. Es muss mindestens die mittlere Reife vorliegen, zudem muss eine Berufsausbildung/ein Studium nachgewiesen werden können.

  • Absicherung - neben einem aktuellen Gesundheitszeugnis ist ein polizeiliches Führungszeugnis notwendig.

Wichtige Kompetenzen

Viel Wissen kann sich ein Fußballtrainer natürlich im Rahmen der Lehrgänge aneignen. Allerdings ist es oft so, dass Menschen selbst in einem Sport erfolgreich waren, doch absolut nicht lehren können. Dieser Fakt trifft auf unzählige Bereiche zu und lässt sich ebenso einfach umdrehen: Ein durchschnittlicher Spieler kann zu einem grandiosen Trainer werden. Und warum? Weil er besondere Kompetenzen mitbringt, die als Ausbilder notwendig sind:

  • Menschenkenntnis/Menschenführung - ein Trainer muss sehen können, wo es hakt. Gerade beim Mannschaftssport ist es wichtig, dass ein Trainer ein Team zusammenstellen kann und bei jedem Spieler erkennt, wo Schwächen untereinander liegen und wie diese auszugleichen sind.

  • Psychologie - ein Trainer muss motivieren können, aber auch einzelne Spieler aus einem Tief herausholen. Ein gewisses psychologisches Grundverständnis ist unbedingt notwendig, um als Trainer erfolgreich zu sein.

  • Equipment - Trainer müssen sich mit dem fußballerischen Equipment befassen und den Sinn und Nutzen von Schuhen oder Trainingsmitteln verstehen. Das ist gerade in den untersten Spielklassen notwendig. Hier obliegt es auch dem Übungsleiter zu erkennen, ob ein Spieler mit unpassenden Schuhen zum Training kommt oder welche Fußballschuhe zum jeweiligen Untergrund passen.

  • Schwächen - ein guter Trainer erkennt die Schwächen einzelner Spieler und weiß mit ihnen umzugehen und sie zu verbessern.

Es darf natürlich nicht vergessen werden, was das Trainerdasein wirklich ausmacht: Leidenschaft und Kreativität. Gerade in den unteren Klassen und im Kinder- und Jugendbereich spielt die Leidenschaft mit die größte Rolle. Hier werden Talente gefunden, aber auch mittelmäßige Spieler, die es nie nach oben schaffen, mitgerissen. Und umso jünger die Spieler sind, desto höher sind eigentlich die Anforderungen an den Trainer an sich. Ein falsches Wort lässt einen Sechsjährigen nie wieder einen Ball anschauen - und genau dies wissen gute Trainer zu vermeiden. Im Kinder- und Jugendbereich geht es um viel mehr, als nur um Fußball, hier hat der Trainer durchaus eine Erziehungsrolle einzunehmen. Gerade Jugendliche entdecken den Fußballtrainer nicht selten als ersten Ansprechpartner und lassen sich von diesem wesentlich eher in die Schranken weisen, als von den Eltern. Dass mit dieser Rolle eine enorme Verantwortung einhergeht, ist verständlich.

Fazit - eine anspruchsvolle Berufung

Es lässt sich leicht im Scherz sagen, dass man sich mal eben für drei Monate beim HSV aus Trainer bewirbt, dann eh gefeuert wird, aber dafür für Jahre finanziell ausgesorgt hat. Der Job als Trainer ist hart und je tiefer die Liga, je jünger die Spieler, desto härter ist er. Dafür ist das Trainerdasein aber auch eine eigene Berufung, die ungemein erfüllend und interessant sein kann.

 

Bildquellen:

Abbildung 1: @ bottomlayercz0 (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: @ gellinger (CC0-Lizenz) / pixabay.com


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